Dienstag, 23. August 2016

Rezension: "Elanus" von Ursula Poznanski

Jona ist anders als andere in seinem Alter, viel intelligenter und eckt damit oft an. Doch dann lässt er seine Drohe los und und fühlt sich ihnen noch weiter überlegen. Doch dann erfährt er etwas, was er besser nicht hätte erfahren sollen...

Allgemeine Infos:
Verlag: Loewe
Reihe: nein
Originaltitel: Elanus
Erscheinungsdatum: 22.08.2016
Seitenzahl: 416
ISBN: 9783785582312


Klappentext:
Es ist klein. Es ist leise. Es sieht alles.
Jona ist siebzehn und seinen Altersgenossen ein ganzes Stück voraus, was Intelligenz und Auffassungsgabe betrifft. Allerdings ist er auch sehr talentiert darin, sich bei anderen unbeliebt zu machen und anzuecken. Auf die hervorgerufene Ablehnung reagiert Jonas auf ganz eigene Weise: Er lässt sein privates Forschungsobjekt auf seine Neider los: eine Drohne. Klein, leise, mit einer hervorragenden Kamera ausgestattet und imstande, jede Person aufzuspüren, über deren Handynummer Jona verfügt. Mit dem, was er auf diese Weise zu sehen bekommt, kann er sich zur Wehr setzen gegen Spott und Häme.
Doch dann erfährt er etwas, das besser unentdeckt geblieben wäre, und plötzlich schwebt er in tödlicher Gefahr.


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext & Lesegrund:
Das Cover ist eher sehr schlicht gehalten und erinnert mich von der Farbwahl her sehr an "Layers". Der Titel ist knapp aber einfach Programm. Den Klappentext fand ich total interessant, da Drohnen ein sehr aktuelles Thema sind und mich Ursula Poznanski schon so mit "Erebos" begeistern konnte, war ich um so gespannter auf ihr neues Buch.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt an dem Tag, als Jona zu den Helmreichs, seiner neuen Gastfamilie, zieht, denn er hat ein Begabtenstipendium bekommen. Ich muss sagen, dass ich im ersten Moment geschockt war, nicht von der Geschichte selbst sondern von Jona. Von seiner Art, seinem Auftreten und seinem Denken. Er ist wirklich komplett anders, überlegen, intelligenter, schwer einzuschätzen. Damit hat die Geschichte direkt schon einen ungewöhnlichen, ausgeprägten Protagonisten.
Die Idee mit der Drohne finde ich ziemlich interessant, eben weil es nicht nur spannend klingt sondern auch ein sehr aktuelles Thema ist. Außerdem war ich einfach gespannt, was mich noch mit Jona erwartet, so ungewöhnlich wie er eben ist.
Wie schon gesagt, ist Jona sehr anders. Das merkt man direkt nach wenigen Seiten und das merken auch seine neuen Mitstudenten relativ schnell. Deshalb möchte er etwas gegen sie in der Hand haben und schickt seine Drohne los, um etwas über die Anderen raus zu finden, dass er evtl auch gegen sie verwenden kann. Klingt ziemlich hinterhältig und fies, passt aber vollkommen und Jona. Und doch kommt alles anders, als er denkt: Denn er bekommt etwas mit, was ihn in Gefahr bringt, was ihm Sorgen bereitet.
Es baut sich Spannung auf, denn was ist dran an dem, was Jona mitgehört und erfahren hat? Es beginnt eine Suche nach der Wahrheit, die noch einige Gefahren birgt. Auch ich war teilweise auf dem Holzweg bzw hin und her gerissen, was jetzt wahr ist und was wirklich Sache ist. Also schon gut gemacht.
Man erfährt einige Details über die Drohne und die Technik an sich, was ich total interessant fand, denn hier wurde genau so viel erzählt, wie man als Leser braucht und nicht noch unnötige Details, die sich niemand merken kann. Außerdem schwingt in der ganzen Geschichte auch eine gewisse Kritik bzw aktuelle Standpunkte zur Thematik mit, wo eben die Grenzen und Gefahren liegen und das fand ich echt gut mit eingearbeitet.
Doch neben Jona gibt es noch Pascal, der sich tatsächlich mit ihm anfreundet. Die Beiden könnten unterschiedlicher nicht sein. Pascal ist total normal, schlecht und Mathe und bittet Jona um Hilfe. Und Jona lässt sich darauf ein und gewinnt somit einen wirklich tollen Freund, der mir sofort sympathisch war.

...Schreibstil:
Ich weiß schon seit einigen Büchern, dass Ursula Poznanski schreiben kann und zwar stellenweise auch so spannend, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen will. Auch hier zeigt sie uns wieder ihre spannende Seite, aber auch ihr Kunst, außergewöhnliche Protagonisten zu konstruieren, von denen die Geschichte lebt. Außerdem verknüpft sie es mit einer super aktuellen Thematik und raus kommt eine spannende Geschichte. Nicht so spannend, wie vorherige Werke, weil es auf einer ganz anderen Ebene


Fazit:
Schon nach wenigen Seiten ist diese Geschichte etwas ungewöhnliches: Sie lebt einfach von ihrem Protagonisten Jona und der aktuellen Thematik der Drohnen. Genau das zusammen mit einer spannenden Geschichte machen dieses Buch aus. Allerdings ist es mal eine andere Spannung, als in ihren anderen Büchern, aber genau das macht diesen Geschichte aus.
Insgesamt ungewöhnlich, aktuell, spannend und vielleicht auch erschreckend - das ist Elanus.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der etwas zum Thema Drohnen lesen möchte. Ansonsten eine Leseempfehlung für jeden Poznanski-Fan oder für die, die es noch werden wollen. Denn hier versteckt sich eine spannende, ungewöhnliche und aktuelle Geschichte.

Montag, 22. August 2016

Kurzrezensionen: "Wo bist du?" von Marc Levy & "Lauren, vermisst" von Sophie McKenzie

Susan und Philip lieben sich, bis Susan sich entschließt, nach Honduras zu gehen und Philip zurück zu lassen. Nach vielen Jahren voller Briefe steht plötzlich Susans Tochter vor seiner Tür. Doch wo ist Susan?

Allgemeine Infos:
Verlag: Blanvalet
Reihe: nein
Originaltitel: Où es-tu?
Erscheinungsdatum: 19.08.2013
Seitenzahl: 304
ISBN: 9783442381661


Klappentext:
Als Jugendliche schworen sich Philip und Susan ewige Liebe. Doch das Leben hatte andere Pläne mit ihnen. Während die abenteuerlustige Susan als Entwicklungshelferin nach Honduras fliegt, wartet der ruhige Philip in New York auf sie. Vom Leben des anderen kennen sie nur das, was sie sich in ihren zahlreichen Briefen schreiben.
So vergeht Jahr für Jahr. Bis eines Tages ein kleines Mädchen vor Philips Tür steht: Susans Tochter. Aber wo ist Susan? Nun ist es an Philip, sein Versprechen von einst zu halten: Immer für sie da zu sein und für sie sogar bis ans Ende der Welt zu gehen …

Meine Meinung:
Die bisherigen Bücher von Marc Levy konnten mich bis auf eine Ausnahme absolut begeistern, weil er so einen tollen Schreibstil hat und immer so viel hinter der eigentlichen Geschichte verborgen ist. Mit diesen Erwartungen ging ich an diese Liebesgeschichte und wurde leider enttäuscht. Den Schreibstil fand ich zäh. Zumindest in den Briefen. Die eigentlichen Geschehnisse von Susan und Philip, sie sich live erlebt haben, ließen sich recht gut lesen, aber hatten auch nicht diese Tiefe, wie ich sie kannte.
Klar es gab auch schöne Teile der Geschichte, vor allem als Susans Tochter dann bei Philip war, sich nach und nach eingelebt hat und ihrer Mutter nacheiferte. Wie sich Philips Familie an sie gewöhnt hat und so. Das war echt schön. Aber sonst war die Geschichte eher durchschnittlich und nicht sonderlich interessant. Außerdem fand ich Susan zwischenzeitlich von ihrer Art her anstrengend, wie sei mit Philip umgegangen ist und wie stur und egoistisch sie zwischendurch war. Dadurch wirkte die Liebesgeschichte irgendwie auch nur sehr einseitig und gar nicht so romantisch und gefühlvoll. Auf der anderen Seite habe ich sie natürlich für das bewundert, was sie macht und warum sie nach Honduras gegangen ist.
Dieses Geschichte lässt mich einfach sehr zwiegespalten und enttäuscht zurück. Ich hatte einfach was anderes erwartet, als es letztendlich war. Das können leider auch die guten und schönen Stellen nicht gänzlich ausgleichen, dafür bin ich leider von Marc Levy Schöneres gewohnt.


Lauren soll einen Aufsatz schreiben 'Wer bin ich?' Diese Frage beschäftigt sie, denn sie ist adoptiert und möchte Antworten, die ihre Eltern ihr nicht geben. Doch kann es sein, dass ihre Vermutung stimmt und sie damals wirklich entführt wurde?

Allgemeine Infos:
Verlag: Bastei Lübbe
Reihe: nein
Originaltitel: Girl, missing
Erscheinungsdatum: 17.05.2013
Seitenzahl: 286
ISBN: 9783414823434


Klappentext:
Lauren ist vierzehn – und sie ist adoptiert. Sie möchte mehr über ihre Herkunft erfahren, das Problem ist nur, dass ihre Eltern ihr nichts darüber erzählen. Doch dann stößt sie im Internet auf den Bericht über ein kleines Mädchen, das zwei Monate, bevor Lauren in London adoptiert wurde, als vermisst gemeldet wurde. Die Ähnlichkeit zu den Bildern in Laurens eigenem Fotoalbum ist verblüffend. Kann es sein, dass Lauren als kleines Mädchen entführt wurde?

Meine Meinung:
Dieses Buch lag wirklich lange auf meinem SUB doch nun hatte ich irgendwie Lust auf etwas Kurzes und war gespannt auf die Geschichte. Sie beginnt, wie oben erwähnt, mit dem Aufsatz und Laurens Vermutung.
Mir persönlich verrät der Klappentext ja schon zu viel und zusammen mit den ersten drei Kapiteln kann man sich schon fast die komplette Geschichte denken. Das stimmte zum Teil auch, denn viel war dann wirklich so, wie ich es mir dachte. Doch dann wurde es tatsächlich noch spannend und es kam zu unerwarteten Wendungen, die ich so vorher nicht gedacht hätte. Es steckte einfach noch mehr hinter der Geschichte. Gut, ob das nun so realistisch war, bleibt eine andere Frage. Ich kann mir schon vorstellen, dass es gerade in Amerika so vorkommen kann und viel gemauschelt wird.
Insgesamt eine interessante Geschichte eines adoptierten Mädchens, dass mehr über ihre Vergangenheit raus finden möchte, aber nicht freiwillig Antworten bekommt. Ein kurzweiliges, spannendes Lesevergnügen mit einer kleinen schönen Liebesgeschichte dabei.

Sonntag, 21. August 2016

Rezension: "Das Rachespiel" von Arno Strobel

Frank soll seine Aufgabe erfüllen, die auf dem USB-Stick an ihn geschickt wurde. Er hält es für Werbung. Doch dann stirbt ein Mann und Frank zweifelt an seinem Eindruck. Wer treibt sein Spiel und will Rache nehmen?

Allgemeine Infos:
Verlag: Fischer
Reihe: nein
Originaltitel: Das Rachespiel
Erscheinungsdatum: 23.01.2014
Seitenzahl: 352
ISBN: 9783596196944


Klappentext:
Frank Geissler glaubt an einen Scherz, als er die Website aufruft: Ein Mann, nackt, am Boden festgekettet, in Todesangst. Daneben ein Käfig voller Ratten, unruhig, ausgehungert. Frank kann den Mann retten, heißt es. Aber nur wenn er Teil des »Spiels« wird und seine erste Aufgabe erfüllt. Angewidert schließt er die Website, doch kurz darauf ist der Mann tot. Und Frank beginnt zu zweifeln. Hätte er dem Unbekannten helfen können? Hätte er nicht sofort die Polizei informieren müssen? Aber es ist zu spät. Und nicht nur für den Toten. Auch Frank ist schon mittendrin. Mittendrin in einem Spiel, in dem er einer der Vier ist, einer der vier Kandidaten, für die es um alles geht. Um ihr eigenes Leben. Aber auch um das Leben aller, die ihnen etwas bedeuten …


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext & Lesegrund:
Das Cover passt irgendwie richtig gut zum Inhalt, obwohl es so schlicht ist. Den Titel fand ich wirklich gut gewählt. Irgendwie wollte ich schon immer mal was von Arno Strobel lesen, also von seinen Erwachsenenthrillern und da hat mich dieser Klappentext am meisten angesprochen.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt zunächst mit einer kleinen Ankündigung zu einem Spiel, aber man weiß nichts, wer es ist und wer das Ganze vorbereitet. Anschließend lernt man direkt schon Frank kennen, der auch kurz drauf schon den USB-Stick bekommt. Den Einstieg fand ich echt gut und ich war total gespannt, was auf diesem Stick ist und von wem er kommt und überhaupt.
Die Idee von solchen Spielchen und Aufgaben, die irgendwelche Killer mit ihren Opfern spielen, hat mir schon immer richtig gut gefallen, weil ich es einfach total spannend und interessant finde, was sich die Autoren ausgedacht haben. So auch in diesem Fall.
Den Anfang konnte mich ja schon richtig fesseln und genauso ging es eigentlich auch weiter. Eine richtig spannende und fesselnde Geschichte, besonders als dann Franks Vergangenheit ins Spiel kommt und damit auch andere Personen und man langsam eine Eindruck bekommt, wo die Reise hingeht. Besonders als dann der Schauplatz zu einem alten Atombunker ohne Strom wechselte, spitzte sich die Lage wieder zu und damit auch die Spannung. Ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen, weil ich so gefesselt war.
Bis zum Ende blieb diese Spannung auch, mal mehr mal weniger. Mit der Auflösung hätte ich tatsächlich nicht gerechnet. Es war absolut schlüssig, aber irgendwie habe ich vorher einfach nicht drüber nachgedacht bzw hatte einen anderen Verdacht. Dafür allerdings, dass es so super konzipiert war, war mir die Auflösung bzw das Dahinter fast schon zu wenig.

...Schreibstil:
Den Schreibstil von Arno Strobel kannte ich bereits aus seinem Jugendbuch "Schlusstakt", aber dieses hier war noch einmal ein ganz anderes Kaliber. Deutlich spannender und packender. Hauptsächlich wurde die Geschichte aus Franks Sicht erzählen, mit wenigen Ausnahmen, die so gut gesetzt waren, dass es nochmal zusätzlich spannender wurde. Außerdem gab es ein paar Kapitel von den Geschehnissen der Vergangenheit, die ich wirklich super fand.


Fazit:
Einen Thriller mit so einer Sogkraft habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Die Idee hat mich von Anfang an begeistert und schon nach wenigen Seiten war ich an die Geschichte gefesselt. Der Schreibstil war total spannend und blieb es auch bis zum Ende hin. Insgesamt eine wirklich spannende Geschichte, die einen fesselt, am Ende auch super aufgelöst wird, aber eben nicht so unglaublich spektakulär ist, aber dennoch echt gut gemacht.
Ich empfehle diesen Thriller jedem, der spannende Lesestunden sucht und sie am besten am Stück zur Verfügung hat. Denn dieses Buch legt ihr nicht mehr so schnell aus der Hand, denn das Rachespiel hat gerade erst begonnen...